Notfälle
1. Herzversagen: Tiere mit einer fortgeschrittenen Herzerkrankung können plötzlich ins Herzversagen kommen. Dies äußert sich in Form einer erschwerten, pumpenden Atmung, Umfangszunahme des Bauches oder einem völligen Kollaps. Eine schnelle Reaktion ist in diesen Fällen lebensrettend.
Die Injektion eines Entwässerungsmedikaments sorgt für eine verstärkte Ausscheidung von Flüssigkeit mit dem Urin, was die Wiederaufnahme der freien Flüssigkeit in die Blutgefäße mit sich bringt. In schweren Fällen muss jedoch zusätzlich eine Punktion des Brustkorbes oder Bauches erfolgen, um die freie Flüssigkeit schneller entfernen zu können. Hierdurch wird wieder eine normale Atmung ermöglicht. Der Stress für das Tier muss hierbei so gering wie möglich gehalten werden, um einem aufregungsbedingten Kollaps vorzubeugen.
2. Perikarderguss: Ein anderer Notfall stellt die Entstehung von Flüssigkeit im Herzbeutel dar. Dies führt zum einen zu einer raschen Ansammlung von freier Flüssigkeit im Bauchraum, zum anderen zu einer Reduktion des Blutauswurfes in den Körper. Die Tiere werden innerhalb kurzer Zeit sehr schlapp und scheinen durch die Ansammlung der Flüssigkeit im Bauch „dicker“ zu werden. In schwerwiegenden Fällen kann ein Perikarderguss zum Kollaps und Tod führen. Durch die Entfernung der Flüssigkeit aus dem Herzbeutel normalisiert sich die Funktion des Herzens wieder. Wenn Sie mehr erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.
3. Rhythmusstörungen: Durch zugrunde liegende Herzkrankheiten, aber auch in anderen Fällen, kann es zu einer lebensbedrohlichen Rhythmusstörung (Tachykardie - zu schnelle Herzfrequenz) des Herzens kommen. Diese müssen mit den jeweils geeigneten Medikamenten, durch Verabreichung in die Vene, unterbrochen werden. Hierzu wird ein Venenkatheter gelegt und unter EKG-Kontrolle das Medikament verabreicht. In den meisten Fällen reicht dies aus, um den Herzrhythmus zu normalisieren. Da die Medikamente, gerade solche, die in die Vene verabreicht werden, nur relativ kurz wirksam sind, schließt sich eine orale (Tabletten) Therapie an.
4. Aortenthrombose: Diese Problematik ist vor allem bei Katzenbesitzern gefürchtet. Durch die Vergrößerung der Vorkammern bei der hypertrophen oder restriktiven Kardiomyopathie kann es durch langsamer zirkulierendes Blut zur Bildung von Thromben (Blutgerinnsel) kommen. Werden diese Thromben in den Körper abgeschwemmt, können sie zum Verschluss von wichtigen Arterien (Blutgefäßen) führen (Thromboembolie). Häufig sind die Blutgefäße, die die Hintergliedmaße mit Blut versorgen betroffen, was eine plötzliche Lähmung der Hinterbeine verursacht. Andere Blutgefäße, die betroffen sein können sind die Arterien der Nieren, des Darms, der Vordergliedmaßen und des Gehirn. Im Fall der Unterversorgung der Hintergliedmaße entsteht eine sehr schmerzhafte Hypoxie (Sauerstoffunterversorgung). Die Beine sind kalt und gelähmt. Die Katzen schreien oft und wollen sich nicht mehr anfassen lassen. Für viele Besitzer sieht es so aus, als handle es sich um eine, bei einem Unfall entstandene, Verletzung.
Eine Ultraschalluntersuchung zeigt in diesen Fällen, ob eine Therapie durchgeführt werden kann und gibt Auskunft über die Prognose.
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